Pia Pedevilla mit burmesischen Flüchtlingskindern
Pia Pedevilla, ladinischer Muttersprache, lebt in Bruneck (Südtirol/Italien). Sie studierte Kunst in Gröden und Werbegrafik in Urbino. Viele Jahre hat sie in der Mittelschule technische und Kunsterziehung unterrichtet. Heute leitet sie Fortbildungskurse für Lehrer und interessierte Erwachsene. Seit Jahren ist sie im Bereich der Illustration und des Designs für Kinder tätig. Anfang der 1990er-Jahre hat sie zusammen mit dem argentinischen Cartoonisten Guillermo Mordillo mehrere Holzspielzeug-Kollektionen realisiert. Seitdem veröffentlicht sie Bastelbücher und entwirft Holz- und Stoffspielzeug, didaktische Spiele für Kinder im Vorschulalter, Lichtobjekte und Teppiche. Im frechverlag sind zahlreiche Bücher über verschiedene Arbeitstechniken von ihr erschienen.
Ein Interview mit Pia Pedevilla
Ein Leben lang Kind bleiben dürfen, das ist eines der Geheimnisse der sympathischen Designerin und Buchautorin Pia Pedevilla, die trotz ihres Erfolges bescheiden geblieben ist, für die Kreativität Lebenselexier ist und die sich ein Leben ohne ihre Arbeit gar nicht vorstellen kann. Im idyllischen, beschaulichen Städtchen Bruneck in Südtirol, Italien, lebt und arbeitet sie unermüdlich und hat inzwischen mehr als 60 Bücher, Malvorlagen und Malbücher im frechverlag veröffentlicht. Vor fünfzehn Jahren ist ihr erstes Buch „Bunte Kinderwelt auf Seide“ erschienen. Im Gespräch mit dem frechverlag gewährt sie Einblicke in ihre Arbeit und ihr Leben.
Sie wirken immer so fröhlich, entspricht das Ihrem Charakter?
Ja, ich bin ein optimistischer Mensch, der viel lacht, mit seinem Leben zufrieden ist und die Arbeit als Motor betrachtet. Wahrscheinlich bin ich eine typische Italienerin: gesellig und gerne mit Freunden zusammen.
Wie war das damals mit Ihrem Start als Autorin?
Ich habe früher viele Bastelbücher gekauft und hegte irgendwann den Wunsch, selbst Bücher zu machen. Das klappte dann auch vor vielen Jahren beim frechverlag. Mir gefällt der Gedanke, dass mehr als eine Million Menschen meine Bücher gekauft haben. Dabei ist es nicht in erster Linie das Geld, das mich antreibt. Viel wichtiger ist mir, dass die Leute Spaß an meinen Ideen haben.
Über eine Million Bücher in neun Sprachen – haben Sie eine Erklärung für Ihren Erfolg?
Natürlich wollte ich schon immer gute Arbeit abliefern. Und auch wenn ich anfangs nicht so erfolg- reich war, bin ich mir und meinem Stil immer treu geblieben. An meinen Zeichnungen arbeite ich solange, bis sie harmonisch sind, mir in Form und Farbe gefallen. Über die Jahre hat sich mein Stil nicht geändert, aber alles ist feiner geworden.
Gibt es etwas, worauf Sie beim Arbeiten besonderen Wert legen?
Ich möchte meine Lebensfreude weiter- geben. Meine Figuren lachen oft, sie sind keck, manchmal auch frech; die Kinder würden sagen „cool“. Ich entwerfe für Kinder und ihre Mütter. Beim Spielzeugmachen haben wir immer gesagt: „Es muss sich direkt an das Herz richten.“ Deshalb halten meine Figuren ihre Köpfchen schräg, lachen mit schiefen Mündern und haben lustige Wackelbeine. Ich mag das Spielerische und verspüre den Wunsch, ein Leben lang Kind bleiben zu dürfen.
Sie sind sehr vielseitig und arbeiten in Ihren Büchern mit den unterschiedlichsten Materialien und zu den verschiedensten Themen. Gibt es irgendein Lieblingsmaterial oder ein Lieblingsthema?
Mein liebstes Material ist Papier, es liegt mir als Designerin am meisten. Papier ist flach, aber ich arbeite z. B. mit Buntstiftschattierungen an den Körperseiten oder setze die Einzelteile mit Klebepads zusammen, so wirkt es plastisch. Auch Holz und Malerei mag ich. Thematisch mache ich lieber Oster- als Weihnachtsbücher. Weih- nachten ist so düster! Osterbücher mit tanzenden Hasen, hüpfenden Fröschen und bunten Blümchen fallen mir leichter.
Liegt die künstlerische Begabung im Elternhaus?
Schon als Kind habe ich gern gezeichnet, gemalt und gebastelt. Ich stamme aus einer Bauernfamilie, meine Mama hatte elf Geschwister und bin mit meinen Cousins und Cousinen aufgewachsen. Wir hatten nicht viel Geld und auch kaum Spielzeug, so haben wir uns vieles aus Naturmaterialien gebastelt. Ich habe viele Collagen gemacht und Kleider für meine Puppe genäht. Damals wollte ich Modedesignerin werden.
Welchen Stellenwert nimmt das Basteln Ihrer Meinung nach heute ein?
Es ist ein Hobby geworden, man macht es nicht mehr um zu sparen, sondern um schöne Stunden zu verbringen. Künstler sind allein, beim Basteln aber ist man zusammen und kann noch kommunizieren.
Ihre Bastelideen sind in hellen, leuchten- den Farben gestaltet. Sind das auch die Farben, die Sie privat bevorzugen?
Nein! Ich habe so viele Farben im Kopf, aber in meinem Privatleben bevorzuge ich weiß, beige und schwarz. Meine Umgebung muss Ruhe ausstrahlen.
Was bewegt Sie heute neben Ihrer Arbeit?
Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, so sehe ich mich mit meinen Freunden durch Wald und Flur streifen, spielen, lachen, basteln und Träume schmieden für das Erwachsensein. Ganz anders ist der Alltag für burmesische Flüchtlingskinder, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die sanften und liebevollen Burmesen sind mir sofort ans Herz gewachsen, besonders die Kinder mit ihren neugierigen Blicken und strahlenden Lächeln. Aber es geht ihnen schlecht, denn in Burma gibt es seit vielen Jahren eine Militärdiktatur, die das Land beherrschen und unterdrücken. Viele Menschen verstecken sich deshalb im Dschungel. Dort haben sie kaum zu essen, keine Medikamente und natürlich auch keine Schulen. Oder sie fliehen in das reiche Nachbarland Thailand. Aber dort leben sie in Elend und größter Armut.
Welche Möglichkeit haben diese Menschen, wie gehen Sie mit dieser Situation um?
Die Flüchtlinge sind auf fremde Hilfe angewiesen, die sie von Hilfsorganisationen wie „Helfen ohne Grenzen“ bekommen. In den vergangenen sechs Jahren hat „Helfen ohne Grenzen“ entlang der Grenze im burmesischen Dschungel und in Thailand mehr als 40 Schulen finanziert. Damit wurde mehr als 5.000 Kindern eine gute Schulausbildung ermöglicht und die Chance auf eine bessere Zukunft gegeben.
Das kostet pro Kind nicht mehr als durchschnittlich 50 Euro im Jahr. Aber die Zahl der Flüchtlinge nimmt von Tag zu Tag zu – es sind schon mehr als drei Millionen! Es ist mir deshalb ein Herzenswunsch, „Helfen ohne Grenzen“ nicht nur privat mit der Adoption einer Schule zu unterstützen. Ich möchte mit der Aktion „Obst und Milch“ auch andere auf das Leid der burmesischen Flüchtlingskinder aufmerksam machen. Zusammen können wir das Leben diese Kinder hoffnungsvoller machen.
Die Autorin
Pia Pedevilla mit burmesischen Flüchtlingskindern
Pia Pedevilla, ladinischer Muttersprache, lebt in Bruneck (Südtirol/Italien). Sie studierte Kunst in Gröden und Werbegrafik in Urbino. Viele Jahre hat sie in der Mittelschule technische und Kunsterziehung unterrichtet. Heute leitet sie Fortbildungskurse für Lehrer und interessierte Erwachsene. Seit Jahren ist sie im Bereich der Illustration und des Designs für Kinder tätig. Anfang der 1990er-Jahre hat sie zusammen mit dem argentinischen Cartoonisten Guillermo Mordillo mehrere Holzspielzeug-Kollektionen realisiert. Seitdem veröffentlicht sie Bastelbücher und entwirft Holz- und Stoffspielzeug, didaktische Spiele für Kinder im Vorschulalter, Lichtobjekte und Teppiche. Im frechverlag sind zahlreiche Bücher über verschiedene Arbeitstechniken von ihr erschienen.
Ein Interview mit Pia Pedevilla
Ein Leben lang Kind bleiben dürfen, das ist eines der Geheimnisse der sympathischen Designerin und Buchautorin Pia Pedevilla, die trotz ihres Erfolges bescheiden geblieben ist, für die Kreativität Lebenselexier ist und die sich ein Leben ohne ihre Arbeit gar nicht vorstellen kann. Im idyllischen, beschaulichen Städtchen Bruneck in Südtirol, Italien, lebt und arbeitet sie unermüdlich und hat inzwischen mehr als 60 Bücher, Malvorlagen und Malbücher im frechverlag veröffentlicht. Vor fünfzehn Jahren ist ihr erstes Buch „Bunte Kinderwelt auf Seide“ erschienen. Im Gespräch mit dem frechverlag gewährt sie Einblicke in ihre Arbeit und ihr Leben.
Sie wirken immer so fröhlich, entspricht das Ihrem Charakter?
Ja, ich bin ein optimistischer Mensch, der viel lacht, mit seinem Leben zufrieden ist und die Arbeit als Motor betrachtet. Wahrscheinlich bin ich eine typische Italienerin: gesellig und gerne mit Freunden zusammen.
Wie war das damals mit Ihrem Start als Autorin?
Ich habe früher viele Bastelbücher gekauft und hegte irgendwann den Wunsch, selbst Bücher zu machen. Das klappte dann auch vor vielen Jahren beim frechverlag. Mir gefällt der Gedanke, dass mehr als eine Million Menschen meine Bücher gekauft haben. Dabei ist es nicht in erster Linie das Geld, das mich antreibt. Viel wichtiger ist mir, dass die Leute Spaß an meinen Ideen haben.
Über eine Million Bücher in neun Sprachen – haben Sie eine Erklärung für Ihren Erfolg?
Natürlich wollte ich schon immer gute Arbeit abliefern. Und auch wenn ich anfangs nicht so erfolg- reich war, bin ich mir und meinem Stil immer treu geblieben. An meinen Zeichnungen arbeite ich solange, bis sie harmonisch sind, mir in Form und Farbe gefallen. Über die Jahre hat sich mein Stil nicht geändert, aber alles ist feiner geworden.
Gibt es etwas, worauf Sie beim Arbeiten besonderen Wert legen?
Ich möchte meine Lebensfreude weiter- geben. Meine Figuren lachen oft, sie sind keck, manchmal auch frech; die Kinder würden sagen „cool“. Ich entwerfe für Kinder und ihre Mütter. Beim Spielzeugmachen haben wir immer gesagt: „Es muss sich direkt an das Herz richten.“ Deshalb halten meine Figuren ihre Köpfchen schräg, lachen mit schiefen Mündern und haben lustige Wackelbeine. Ich mag das Spielerische und verspüre den Wunsch, ein Leben lang Kind bleiben zu dürfen.
Sie sind sehr vielseitig und arbeiten in Ihren Büchern mit den unterschiedlichsten Materialien und zu den verschiedensten Themen. Gibt es irgendein Lieblingsmaterial oder ein Lieblingsthema?
Mein liebstes Material ist Papier, es liegt mir als Designerin am meisten. Papier ist flach, aber ich arbeite z. B. mit Buntstiftschattierungen an den Körperseiten oder setze die Einzelteile mit Klebepads zusammen, so wirkt es plastisch. Auch Holz und Malerei mag ich. Thematisch mache ich lieber Oster- als Weihnachtsbücher. Weih- nachten ist so düster! Osterbücher mit tanzenden Hasen, hüpfenden Fröschen und bunten Blümchen fallen mir leichter.
Liegt die künstlerische Begabung im Elternhaus?
Schon als Kind habe ich gern gezeichnet, gemalt und gebastelt. Ich stamme aus einer Bauernfamilie, meine Mama hatte elf Geschwister und bin mit meinen Cousins und Cousinen aufgewachsen. Wir hatten nicht viel Geld und auch kaum Spielzeug, so haben wir uns vieles aus Naturmaterialien gebastelt. Ich habe viele Collagen gemacht und Kleider für meine Puppe genäht. Damals wollte ich Modedesignerin werden.
Welchen Stellenwert nimmt das Basteln Ihrer Meinung nach heute ein?
Es ist ein Hobby geworden, man macht es nicht mehr um zu sparen, sondern um schöne Stunden zu verbringen. Künstler sind allein, beim Basteln aber ist man zusammen und kann noch kommunizieren.
Ihre Bastelideen sind in hellen, leuchten- den Farben gestaltet. Sind das auch die Farben, die Sie privat bevorzugen?
Nein! Ich habe so viele Farben im Kopf, aber in meinem Privatleben bevorzuge ich weiß, beige und schwarz. Meine Umgebung muss Ruhe ausstrahlen.
Was bewegt Sie heute neben Ihrer Arbeit?
Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, so sehe ich mich mit meinen Freunden durch Wald und Flur streifen, spielen, lachen, basteln und Träume schmieden für das Erwachsensein. Ganz anders ist der Alltag für burmesische Flüchtlingskinder, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die sanften und liebevollen Burmesen sind mir sofort ans Herz gewachsen, besonders die Kinder mit ihren neugierigen Blicken und strahlenden Lächeln. Aber es geht ihnen schlecht, denn in Burma gibt es seit vielen Jahren eine Militärdiktatur, die das Land beherrschen und unterdrücken. Viele Menschen verstecken sich deshalb im Dschungel. Dort haben sie kaum zu essen, keine Medikamente und natürlich auch keine Schulen. Oder sie fliehen in das reiche Nachbarland Thailand. Aber dort leben sie in Elend und größter Armut.
Welche Möglichkeit haben diese Menschen, wie gehen Sie mit dieser Situation um?
Die Flüchtlinge sind auf fremde Hilfe angewiesen, die sie von Hilfsorganisationen wie „Helfen ohne Grenzen“ bekommen. In den vergangenen sechs Jahren hat „Helfen ohne Grenzen“ entlang der Grenze im burmesischen Dschungel und in Thailand mehr als 40 Schulen finanziert. Damit wurde mehr als 5.000 Kindern eine gute Schulausbildung ermöglicht und die Chance auf eine bessere Zukunft gegeben.
Das kostet pro Kind nicht mehr als durchschnittlich 50 Euro im Jahr. Aber die Zahl der Flüchtlinge nimmt von Tag zu Tag zu – es sind schon mehr als drei Millionen! Es ist mir deshalb ein Herzenswunsch, „Helfen ohne Grenzen“ nicht nur privat mit der Adoption einer Schule zu unterstützen. Ich möchte mit der Aktion „Obst und Milch“ auch andere auf das Leid der burmesischen Flüchtlingskinder aufmerksam machen. Zusammen können wir das Leben diese Kinder hoffnungsvoller machen.
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